Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade von Beatrice Krammer

Mich hat es gereizt, meine Erfahrungen und Beweggründe für Entscheidungen beim Kursaufbau zu reflektieren.

Meine Website- & Kursbereich-Erfahrungen als Ersteller

Meine erste Webseite habe ich Ende 2006 mit Rapid Weaver – einem Mac-Programm – gebaut. 

Ich hatte seit 1986 mit Macintosh gearbeitet und zu der Zeit kam für mich nur ein Mac-Programm für die Website in Frage.

Die Seite diente der Interessenten-Gewinnung für ein Network-Marketing. Die Produkte, die ich damals beworben habe, nutze ich immer noch. Aber das Geschäftsmodell mit der Hauptbeschäftigung Werben und Verkaufen passt nicht zu mir.

2010 bin ich auf WordPress umgestiegen, weil ich dort mehr Gestaltungsfreiheit hatte. 

Im Februar 2015 war ich auf der IMK Internet-Marketing-Konferenz in Potsdam. Ich lernte Digimember zur Verwaltung von Mitgliederbereichen und Klick-Tipp zur Automatisierung von E-Mail-Nachrichten kennen und war von den Möglichkeiten fasziniert. 

Im gleichen Jahr wechselte ich zum Pagebuilder Divi. Ich bewarb auf meiner Webseite Offline-Coaching und Kreativ-Kurse.

2016 habe ich meinen ersten Kursbereich aufgebaut – eine Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker-Psychotherapie.

Ich hatte überlegt zu Spreadmind – einer eigenständigen Online-Plattform – zu wechseln. Die versprach eine einfache Einrichtung und Kurs-Aufbau ohne zusätzliche Tools für Berechtigung, Zahlungsanbieter und E-Mail-Dienste zu benötigen.

Aber es gab dort keine Möglichkeit Plugins (Erweiterungen für zusätzliche Funktionen) zu integrieren.

Ich hätte meinen Kursbereich nicht nach meinen Vorstellungen umsetzen können. 

In meinem Kursbereich gab es 28 Prüfungen mit insgesamt 784 Prüfungsfragen und zwei Kursvarianten: 

  • Prüfungsfragen mit Multiple Choice und Angabe der korrekten Antwort 
  • Prüfungsfragen mit zusätzlichen Erläuterungen zu jeder Antwort.

Dazu benötigte ich ein spezielles Quiz-Plugin, das einen Import der Fragen, Antworten und Erläuterungen ermöglichte. Es wäre viel zu aufwendig gewesen, alle Fragen, Antworten und Erläuterungen einzeln in der Quizumgebung einzugeben. Außerdem musste es möglich sein, auch mehrere richtige Antworten zuzulassen.

Ich wurde fündig beim WordPress Plugin WatuPRO von calendarscripts.info, das alle Anforderungen erfüllte.

Den Zugang für Mitglieder regelte ich mit Digimember und den Verkauf der Module mit Digistore24. Die E-Mails verschickte ich mit Klick-Tipp.

Für den nächsten Mitglieder-Bereich mit Online-Coaching wechselte ich von Divi zum Page-Builder Thrive Suite. Es bot viele vorgefertigte Alternativen für Verkaufsseiten.

Als LMS (Learning Management System zum Kursaufbau) benutzte ich WPEP von Codeiscode. Das war ein wunderbar anwenderfreundliches System als WordPress Plugin.

Ich konnte Kursnamen und Lektionen einfach untereinander eingeben und die Lektionen so verschieben und verschachteln, wie es mit gefiel. Ungefähr so, wie man das mit dem Menü in WordPress machen kann. Video-, Audio-, Bild- und Textdateien konnte ich dazufügen und ebenfalls einfach verschieben. Wenn die Dateien fertig waren, dann war der Kursbereich in einer halben Stunde fertig. Dabei konnte man zwischen verschiedenen Design-Varianten auswählen.

Leider waren die WPEP-Programmierer zu ehrgeizig. Sie wollten eine Super-Duper-Version mit allen Raffinessen erstellen (alles geheim bis zur Enthüllung). Leider stellte sich nach einem Jahr Entwicklungszeit heraus, dass der Kursbereich zu kompliziert zu bedienen war. Ab sofort sollte es nur noch Kurserstellung Done-for-You geben – zu satten Gebühren. Alle User, die die teure Lifetime-Version gekauft hatten, dürfen die ursprüngliche Version noch nutzen. Sie wurde seit WordPress 5.1 im Februar 2019 nicht mehr aktualisiert. In dem Fall hat sich die Investition nicht amortisiert.

Ich bin 2021 zum LMS-Plugin Learndash gewechselt und Anfang 2022 zu Divi zurückgekehrt.

Mein neuer Kurs zur beruflichen Neuorientierung wird im November 2022 als Beta-Version gelauncht. Den Einsteiger-Kurs aktualisiere ich zur Zeit.

Meine Tools:

  • WordPress,
  • der Pagebuilder Divi,
  • die Verwaltung für Mitgliederbereiche Digimember,
  • das Tool zum Kursaufbau Learndash,
  • der Zahlungsanbieter Digistore24 und
  • Klick-Tipp zur automatischen Versendung von E-Mails.

Ich fühle mich mit WordPress wohl. Die Daten befinden sich in meinem Einflussbereich. Ich kann sie selbst sichern.

Laut Wikipedia wird WordPress auf über 40% aller Webseiten eingesetzt. Es ist ein kostenloses Open-Source-Projekt, das ständig weiterentwickelt wird. Die Möglichkeiten der Erweiterung mit Plugins sind riesig.

Was mir noch fehlt

Ich suche seit einiger Zeit eine Möglichkeit zur Kommunikation für Kursmitglieder.

Leider funktionieren Foren auf Dauer nur selten. Zu Beginn eines Kurses findet ein Austausch statt. Nach kurzer Zeit wird es immer stiller, bis die Besuche schließlich ganz einschlafen. In einem Forum kommt man einfach nicht mal kurz vorbei, wie es bei Facebook der Fall ist.

Ich bin weder auf meinem privaten Facebook-Profil noch auf meinem Geschäfts-Profil aktiv. Ich nutze Facebook nur für den Austausch in Gruppen. Aber ich schaue täglich dort vorbei und werde (manchmal) benachrichtigt, wenn sich in meinen Gruppen etwas tut. 

Das Problem bei Facebook: Es werden immer weniger Nachrichten gezeigt. Selbst wenn ich in einer Gruppe gezielt nach Nachrichten suche, finde ich sie nicht sicher. Dadurch wird Facebook zur Kommunikation zwischen Kursmitgliedern unattraktiver – es wird immer nur ein kleiner Prozentsatz informiert sein. 

Natürlich gibt es immer Kursteilnehmer, die nicht an einem Austausch interessiert sind. 

Aber von denen, die einen Austausch gerne nutzen würden, werden viele durch die schlechte Übersicht bei Facebook abgeschreckt.

Für meine Kursmitglieder suche ich nach einer Möglichkeit zum einfachen, unkomplizierten Austausch. Ich versuche es jetzt mit einer Chat-App – und hoffe, dass alle davon begeistert sind.

Meine Umzüge mit Webseiten und Kursbereichen

Ich habe zwei Umzüge mit meinen Kursbereichen durchgezogen:

  • Von WPEP nach Learndash. Glücklicherweise war der Kurs nicht ganz so umfangreich. Nervig war nur, dass für die Einrichtung jedes einzelnen Elements in Learndash viele Eingaben erforderlich waren – und ich war ohnehin schon geladen wegen der Verlade von WPEP.
  • Von Thrive zurück zu Divi: für den Umzug habe ich jede einzelne Seite der Thrive-Installation als Bild gespeichert, die Seite in Divi neu erstellt und mit Hilfe von TextSniper den Text in Divi eingefügt. Die Kurselemente hatte ich unter Thrive mit LearnDash und dem WordPress Classic Editor erstellt. Die konnte ich mehr oder weniger übernehmen. Allerdings habe ich sie anschließend mit Divi bearbeitet, weil mir das optisch besser gefiel.

Noch einmal möchte ich gerade nicht umziehen. 

Deshalb überlege ich mir das dreimal, wenn mal wieder ein Shiny Object vorüber zieht.

Vor Kurzem hat mich Coachannel angelächelt, weil dort eine App integriert ist. Ich habe widerstanden.

Meine Erfahrungen mit Kursbereichen als Nutzer

Im Laufe der Jahre habe ich viele Kurse auf unterschiedlichen Plattformen besucht.

Ich kenne Kurse, die mit WordPress und Plugins erstellt wurden: 

  • Learndash und
  • Thrive Apprentice

Folgende Mietplattformen habe ich besucht:

  • Elopages (Deutschland)
  • Coachy (Deutschland)
  • Kajabi (USA)
  • LearnWorlds (ursprünglich USA, jetzt unter einer Adresse in Zypern)
  • Coachannel (Deutschland)
  • Teachable (USA)

Bei Elopage würde mich als Anbieter stören, dass die Startseite die Käufer-Account-Seite ist, auf der alle Kurse des Käufers aufgeführt sind und ein weiterer Schritt zur Einwahl erforderlich ist.

Mietplattformen aus den USA kämen für mich als Anbieter nicht in Frage wegen der DSGVO und sensiblen Teilnehmerdaten.

Ich bemühe mich, eine Unabhängigkeit von US-Firmen zu erreichen. So bin ich im letzten Jahr von einer amerikanischen Terminvereinbarung zu einem europäischen Anbieter gewechselt.

Learndash ist auch in den USA beheimatet, aber da ich alle Daten auf meiner WordPress-Installation behalte, spielt das keine Rolle – ein Zugriff amerikanischer Behörden auf die Daten ist nicht möglich.

Ich kann als Kursbesucher nicht nachvollziehen, welche Plattformen problemlos bei der Kurserstellung sind und welche Features sie im Angebot haben.

Das, was mich an Kursbereichen gestört hat, kann ich nicht einzelnen Plattformen zuordnen.

Was mich gestört hat in besuchten Mitgliederbereichen:

  • Wenn der Kursaufbau nicht klar nachzuvollziehen war.
  • Wenn nicht erkennbar war, welche Bereiche ich schon durchgearbeitet habe.
  • Wenn die Lektionen keine sprechenden Namen hatten und nur Teil 1, Teil 2 etc. hießen.
  • Wenn die Arbeitsblätter und sonstige Dateien nicht in den Lektionen zu finden waren, sondern unter allen Lektionen ein Kapitel Arbeitsblätter erfolgte. Ganz besonders nervig war es, wenn anhand der Dateinamen nicht erkennbar war, wozu sie gehörten.

Was ich mir von einem Kursbereich wünsche

Ich mag Kurse, 

  • die mir zum Willkommen den Kursbereich und dessen Nutzung erklären.
  • die in übersichtliche, sinnvolle Schritte unterteilt sind.
  • die mich gleich erkennen lassen, welche Kursteile ich schon bearbeitet habe.
  • die kurze Videos enthalten oder alternativ Videos mit Sprungmarken.
  • die Kommentare erlauben, um direkt zum Kursteil passende Fragen zu stellen oder Verbesserungsvorschläge anzumerken.

Zum Schluss möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass der Artikel meine ganz persönlichen Erfahrungen und Vorlieben wiedergibt.

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